Leuchtschrift

Paid Media meets Blogger Relations

Blogger Relations haben sich als Disziplin im Kommunikationsmix inzwischen etabliert. Das Potenzial dabei ist extrem unterschiedlich und hängt nicht nur vom Angebot eines Unternehmens oder der Themenrelevanz für die Bloggerlandschaft ab. Doch wie kann die Zusammenarbeit mit Bloggern als Paid Media-Strategie zum Beispiel als Teil des Content Marketings eingesetzt werden? Dies lest Ihr heute hier auf unserem Leuchtschrift Blog.

Blogger Relations

Die Reichweite von Blogs ist gesamt betrachtet enorm gewachsen. Gebloggt wird über nahezu alle Themen. Viele der einflussreichen Influencer sind in mehreren Kanälen präsent und haben große Communities für sich gewonnen, die eines besonders schätzen: die Authentizität der Blogger. Entsprechend hoch ist das entgegengebrachte Vertrauen der Fan-Gemeinde und damit die Glaubwürdigkeit der Blogger – und vermutlich auch ihr Einfluss auf Kaufentscheidungen. Kein Wunder also, dass Unternehmen verstärkt Blogger ins Visier nehmen, um sie als Influencer, Markenbotschafter oder sogar Affiliates zu gewinnen. Durch gezielte Paid Media-Maßnahmen können Blogs auch zu einem wichtigen Bestandteil des Content Marketings werden.

Ob bezahlt oder nicht – Voraussetzung ist zunächst: Blogger Relations benötigen einerseits eine Strategie und andererseits gilt es, wesentliche Grundregeln für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Bloggern zu beherzigen. Dazu zählt, systematisch die geeigneten Blogs für ein Produkt oder Thema zu identifizieren und ihre Bedürfnisse zu verstehen (!). Blogger schreiben aus Leidenschaft, die aber in der Regel durch eine professionelle Vermarktung finanziert werden muss. Das macht sie gleichzeitig zu attraktiven Partnern für Paid Media. Viele Blogs geben heute Mediadaten heraus, die Aufschluss über Reichweite, Follower und Besucherzahlen sowie Leserschaft inklusive Themeninteressen geben und somit bei der Blogauswahl nützlich sind.

Blogger Relations

Glaubwürdiger (Paid) Content

Doch selbst wenn im Media-Kit der Blogvermarktung zum Beispiel Gewinnspiele, Advertorials oder Product Reviews (sponsored) zu finden sind, bedeutet das: auch eine bezahlte Zusammenarbeit muss zum Blog-Konzept passen. Der Erfolg von Bloggern beruht wesentlich auf ihrer Authentizität, ihrem persönlichen (Schreib-) Stil – und letztlich auf Glaubwürdigkeit. Dies werden sie nicht einfach aufs Spiel setzen. Content-Blogger sind sehr wählerisch und müssen von Kooperationsangeboten überzeugt sein. Somit lassen sich Blogger nicht für ihre Meinung bezahlen, sondern für ihre professionelle Arbeit und Reichweite. Dies sollte ganz im Sinne der Marketing-Verantwortlichen sein, denn andernfalls verfehlt etwa ein mit werblichen Botschaften gespickter Sponsored Post seine Wirkung bei der Leserschaft statt zielgruppenscharf durch die Handschrift des Bloggers zu punkten. Schließlich zeigt eine Native Advertising Studie der ForwardAdGroup, dass Native Advertising, also Werbung über Inhalte, die homogen in ein redaktionelles Umfeld eingebettet sind, von mehr als der Hälfte der Befragten nur geklickt wird, wenn der Inhalt wirklich ansprechend und relevant für sie ist. Mit 67 Prozent der Befragten ist es dem Großteil dabei unwichtig, ob es sich um einen redaktionellen oder Native Advertising Beitrag handelt.

Kennzeichnungspflicht

Wichtige Regel in Sachen Vertrauen und Recht: Ganz gleich ob „Blogger Relations Kodex“ oder Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) § 4 Nr. 3 – Schleichwerbung ist unzulässig, Werbemaßnahmen müssen vom Betrachter als solche erkennbar sein. Das bedeutet, dass bezahlte Beiträge mit „Werbung“, „Sponsored Post“ oder „Advertorial“ gekennzeichnet sein müssen. Außerdem sollten die ausgehenden Links laut Google-Vorgaben ordnungsgemäß auf „NoFollow“ gesetzt werden.

Nicht zuletzt verstehen Leser sehr wohl, dass „ihr Blogger“ auch von etwas leben muss. Daher erzielen entsprechend gekennzeichnete und inhaltlich authentische Beiträge umso mehr positive Wirkung bei der Community. Deshalb empfehlen wir: Das Schreiben besser dem Blogger überlassen und Finger weg von vorgeschriebenen Beiträgen.

Blogger Relations

Fazit

Blog Content punktet bei der Leserschaft durch die persönliche Meinung des Bloggers. Diese Glaubwürdigkeit sollten Unternehmen nach Möglichkeit auch bei Paid Media-Kooperationen für sich nutzen und dabei die Spielregeln der Blogger Relations beherzigen. Mit einer zielgerichteten Auswahl passender Blogs und einer gewinnbringenden Zusammenarbeit für Blogger und Unternehmen lassen sich – guter Content im richtigen Kontext vorausgesetzt – vielschichtige Ziele erreichen. Hier abschließend ein grober Überblick:

  • Ausbau des Influencer Netzwerks
  • Erhöhung der Reichweite / der Marken- und Produktbekanntheit
  • Image-Aufbau
  • Zielgerichtete und emotionale Ansprache ausgewählter Nutzer
  • Aufbau von Vertrauen bei Lesern durch hohe Glaubwürdigkeit des Bloggers
  • Steigerung der Sichtbarkeit im Web bzw. bei Suchmaschinen (SEO-Relevanz) – durch Blog-Content, Weiterverbreitung, Links…
  • Generierung von Traffic auf verlinkte Landingpage oder Shop
  • Einbindung / Verlinkung auf weiterführenden Content als Bestandteil der Content Strategie