Leuchtschrift

Die Macht der Worte: Warum Diversity in der Kommunikation so wichtig ist

Sprache ist ein elementarer Bestandteil unseres Alltags und beeinflusst in vielerlei Hinsicht auch unsere Denkweise. Doch sie entscheidet nicht nur darüber, wie wir zu bestimmten Themen und Werten stehen oder was wir über eine Person denken, sondern auch, ob sich eine Person dazugehörig und wertgeschätzt fühlt – und wie sie letztlich wiederum von anderen wahrgenommen wird. Als Unterzeichner der Charta der Vielfalt werfen wir am heutigen Tag der Toleranz einen Blick auf Diversity in der Kommunikation. Wir beleuchten, wie eine diversitätssensible Sprache im Alltag für ein besseres, inklusiveres Miteinander sorgen kann – und an welchen Stellen wir unsere eigenen Worte reflektieren sollten. 

Diversity in der Kommunikation

Quelle: @Brett Jordan https://unsplash.com/photos/POMpXtcVYHo

1. Wie Sprache verbindet

Ob bei Stellenausschreibungen, in Pressetexten oder sozialen Medien: Gendergerechte Sprache begegnet uns immer häufiger. Das generische Maskulinum weicht zunehmend Formulierungen, die alle Geschlechter adressieren. Die diversitätssensible Sprache geht einen Schritt weiter und versucht, alle Personen gleichermaßen anzusprechen beziehungsweise niemanden aufgrund individueller Merkmale auszuschließen und zu diskriminieren. Alle sieben Diversity Dimensionen wie beispielsweise

  • Herkunft
  • Religion,
  • Alter oder
  • sexuelle Orientierung

sollen in der Sprache berücksichtigt und wertgeschätzt werden. Das erfordert etwas Fingerspitzengefühl, da auch schon Kleinigkeiten oder scheinbar banale Sachen, wie Grußkarten zu Weihnachten oder anderen (christlichen) Feiertagen, dabei eine Rolle spielen. Welche Optionen gibt es, um mehr Vielfalt in die eigene Kommunikation zu integrieren?

2. „Das sagt man doch so!“

Angehörige von Minderheiten, wie Menschen mit Migrationshintergrund, queere Personen oder auch Frauen, können in ihrem Alltag sogenannten Mikroaggressionen begegnen. Neben offensichtlichen verbalen Angriffen, kann es sich dabei auch um bewusste oder unbewusste Beleidigungen, Unhöflichkeiten oder Herabwürdigungen handeln. Dazu gehören auch Redewendungen, die seit Jahrhunderten oder Jahrzehnten Teil unserer Sprache sind und die – Hand aufs Herz – jede*r von uns bereits verwendet hat. Auch wenn wir mit Formulierungen wie „Das ist getürkt“ oder „Da haben sie wieder einen Schwarzfahrer erwischt“ nichts Böses meinen und der Ursprung dieser Ausdrücke letztlich nicht zweifelsfrei einer rassistischen Bedeutung zugeordnet werden kann, handelt es sich doch um ein negatives Attribut, welches einer bestimmten Gruppe von Menschen zugeschrieben wird.

Diversity in der Kommunikation, Vielfalt

Quelle: @geralt https://pixabay.com/de/illustrations/social-media-personen-2457842/

3. Sensible Kommunikation in Konfliktzeiten

An Bedeutung gewonnen hat in den letzten Monaten auch eine gewisse Sensibilität in der Verwendung von Militärbegriffen in der Alltagssprache.

  • Wenn wir „etwas auf dem Schirm haben“ oder „die Reißleine ziehen“, wollen wir eigentlich nur etwas bildhafter ausdrücken, dass wir das Meeting nicht vergessen haben oder ein Projekt stoppen, ehe ein Nachteil entsteht.
  • Wenn wir allerdings „einen Anschlag auf jemanden vorhaben“ oder „schwere Geschütze auffahren“, verwenden wir damit Formulierungen, die ganz klar einen aggressiven Ursprung haben. Je nachdem, welchen Hintergrund unser Gegenüber hat, wie beispielsweise Flucht- oder Kriegserfahrung, können solche Begriffe und Redewendungen verletzend sein.

Mehr zu dem Thema findest du hier.

4. Die richtige Anrede

Für die einen ist es längst selbstverständlich, für die anderen noch sehr ungewohnt: Die Angabe von Pronomen in der Profilbeschreibung auf LinkedIn und Instagram oder in der eigenen E-Mail-Signatur. Manch eine*r fragt sich, warum dies denn notwendig sei. Es sei ja anhand des Namens oder Aussehens klar, dass er oder sie als „Herr“ oder „Frau“ angesprochen wird. Genau hier liegt das Problem: Es ist nicht immer klar! Einige Personen ordnen sich selbst nicht dem binären Geschlecht zu, das sich vom Namen oder dem äußeren Erscheinungsbild ableiten lässt. Die Angabe der eigenen Pronomen in der E-Mail-Signatur kann dann dabei helfen, dass sie korrekt angesprochen – und letztlich nicht mit jeder E-Mail diskriminiert werden. Indem wir alle Pronomen angeben oder statt „Hallo Frau/Herr…“ die Anrede „Hallo [Vorname] [Nachname]“ verwenden, drücken wir nicht nur unsere Solidarität aus oder zeigen, dass wir uns verschiedener Geschlechtsidentitäten bewusst sind, sondern sorgen auch dafür, dass die Ausnahme zur Regel wird. Um alle Mitarbeitenden auf diesem Weg mitzunehmen, empfiehlt es sich, ins Gespräch zu gehen und ein Bewusstsein zu schaffen. Eifrigen Lesern fällt vielleicht auf, dass auch wir bei Flutlicht uns noch in einer Diskussions- und Orientierungsphase befinden.

Diversity in der Kommunikation, Frauen

Quelle: Christina @ wocintechchat.comhttps://unsplash.com/photos/eF7HN40WbAQ

5. Vielfalt in Bildern sichtbar machen

Nicht nur das, was wir lesen oder hören, sondern auch das, was wir sehen, kann darüber entscheiden, ob wir uns zugehörig oder ausgegrenzt fühlen. Eine moderne Bildsprache auf Websites, in Zeitschriften, auf Plakaten oder in Videos ist gleichermaßen relevant. Statt Klischees, die beispielsweise ein eingestaubtes Mann-Frau-Bild, hierarchische Strukturen reproduzieren oder lediglich weiße-heteronormative Menschen zeigen, sollten auch Bilder auf Vielfalt setzen. Damit transportieren Firmen, Organisationen und Einzelpersonen nicht nur ihre Werte und Corporate Culture, sondern tragen dazu bei, dass Menschen sich zugehörig fühlen und Vielfalt gelebt und abgebildet wird.

6. Quick Tipps: 5 schnelle Fragen für mehr Diversität in der Kommunikation

  • Ist meine Wortwahl diskriminierungsfrei und gibt meinem Gegenüber ein Gefühl der Wertschätzung?
  • Woher kommt eine bestimmte Redewendung und ist sie diskriminierend gegenüber einer bestimmten Gruppe?
  • Handelt es sich um einen Ausdruck militärischen Ursprungs, der verletzend wirken könnte?
  • Verwende ich die richtige Anrede – und kann ich durch die Angabe meiner Pronomen meine Solidarität ausdrücken?
  • Für Unternehmen und Medienmacher: Zeige ich auch auf Bildern Diversität?

7. Schritt für Schritt zu mehr Diversity in unserer Sprache

Durch Migration, einem Aufbrechen von Geschlechter- und Rollenbildern, mehr Inklusion und Teilhabe ist es nur natürlich, dass sich unsere Sprache in einem stetigen Wandlungsprozess befindet. Nicht immer gelingt im Alltag eine vollkommen diversitätssensible Kommunikation und wir bei Flutlicht befinden uns ebenso in einem kontinuierlichen Lernprozess. Allerdings können wir alle mit kleinen Maßnahmen und einer reflektierten Wortwahl darauf achten, unserem Gegenüber mehr Wertschätzung entgegenzubringen und niemanden zu verletzten, auszuschließen oder herabzusetzen.

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