Leuchtschrift

Video Content Creation: Von der Idee zum fertigen Video [Teil 1]

Die Bedeutung von Bewegtbild in der Unternehmenskommunikation wächst – das haben wir in der Vergangenheit bereits mehrfach beleuchtet. Die Zwecke sind unterschiedlich und betreffen sowohl die interne als auch die externe Kommunikation. Eine gute Vorbereitung ist bei der Erstellung von Video Content essentiell und kann alle Beteiligten bei der Planung unterstützen. Doch damit ist es natürlich nicht getan – bei der Produktion (vor Ort) sind Flexibilität, ein guter Gesamtüberblick sowie ein scharfes Auge gefragt. Und auch für die Postproduktion muss ausreichend Zeit eingeplant werden. In diesem Blogbeitrag zum Thema Video Content Creation gehen wir die klassischen Planungsschritte in der Vorproduktion durch, weitere Teile zur Produktion und Postproduktion folgen.

Video Content Creation, Header, Kamera, Technik

Quelle: @KalVisuals https://unsplash.com/photos/jA7iWRaJruA

1. Die Planungsschritte

Videoprojekte werden häufig in drei Phasen unterteilt:

  1. Pre-Production / Vorproduktion
  2. Production / Produktion
  3. Post-Production / Postproduktion

Bevor wir aber mit der Planung (Pre-Production) starten, sollten wir uns mit folgenden strategischen Fragen beschäftigen:

  • Steht die Idee für das Video bereits – was möchte ich zeigen/vermitteln?
  • Welche Zielgruppe möchte ich ansprechen – für wen ist das Video gedacht?
  • Auf welchen Kanälen soll das Video stattfinden – ergeben sich daraus unterschiedliche Anforderungen an Format, Länge etc.?

Gerade die letzte Frage wird häufig erst im Verlauf des Videoprojekts gestellt – sollte aus unserer Sicht aber schon vorab geklärt werden, da sie die Vorproduktion und die Produktion stark beeinflussen können. Denn: Jede Videoproduktion besitzt ihre eigenen Anforderungen und Parameter, die es zu beachten gilt.

2. Vorproduktion

Sind die strategischen Fragen rund um deine Video Content Creation beantwortet, startet die Pre-Production, bei der kreative/konzeptionelle Aufgaben umgesetzt sowie logistische und organisatorische Themen geplant werden.

2.1. Storyline

In der Storyline wird die Videoidee festgehalten. Ziel ist es, die Handlung des Videos zu definieren – sie dient daher quasi als Grundlage des zu realisierenden Films. Sie enthält wichtige Szenen und Handlungsverläufe, aber keine Dialoge – ihr Detailgrad kann variieren, abhängig davon wie komplex die Idee ist und wie umfangreich das Video werden soll.

2.2. Storyboard und Skript

Storyboard und Skript definieren, was gezeigt und gesagt werden soll, daher muss das Video spätestens jetzt im Detail durchdacht werden. Anhand der Storyline lässt sich das Storyboard, unter Berücksichtigung der Möglichkeiten und Gegebenheiten vor Ort (= Drehort/e), per Hand visualisieren bzw. skizzieren. Über diese „künstlerische Gabe“ verfügt aber nicht jede*r 😉, daher kann die Beschreibung auch schriftlich in Textform erfolgen.

2.3. Shotlist

Im nächsten Schritt wird die Shotlist, also die Auflistung der abzudrehenden Szenen, erstellt. Hier werden auch eventuelle Zusatzanforderungen in Sachen benötigte Formate o.ä. berücksichtigt.

Video Content Creation, Storyboard

Quelle: @KellySikkema https://unsplash.com/photos/io0ZLYbu31s

Was Logistik und Orga angeht, kann sich der Planungsumfang von Videoprojekt zu Videoprojekt stark unterscheiden. Es gibt aber grundlegende Aufgaben, die bei jeder Video Content Creation anfallen und zahlreiche Punkte, die vor einem Dreh geklärt werden sollten. (Anm.: Wir gehen hier von einer Zusammenarbeit mit einem/r Videopartner*in aus und konzentrieren uns daher auf mögliche Agenturleistungen)

3. Wer verantwortet was?

Bei einem Videoprojekt arbeiten unterschiedliche Parteien zusammen (Kunde, Agentur, Videopartner*in), daher ist eine klare Aufteilung der Verantwortlichkeiten unumgänglich. Ihr solltet klären, wer das Gesamtprojekt leitet, wer für das Budget verantwortlich ist und wer sich bei den kreativen Aufgaben wie einbringt.

4. Drehort/e & Locationcheck

Mit Blick auf die Erstellung des Storyboards ist es wichtig, die Gegebenheiten und Besonderheiten der Drehorte zu kennen. In manchen Fällen ist die Location bereits Teil der Storyline, beispielsweise wenn es sich um einen Anwender-Case im Bewegtbildformat handelt. Es geht vor allem darum, ein Gefühl für einzelne Szenen bzw. -varianten zu bekommen und ggf. auch mögliche Störfaktoren vor Ort zu identifizieren, wie z.B. schlechte Lichtverhältnisse, eine zu laute Geräuschkulisse, weite Wege oder fehlende elektrische Anschlüsse. Eine vorherige Begehung der Drehorte kann böse Überraschungen vermeiden und ist daher absolut empfehlenswert.

5. Rechtliche Absicherung

Drehgenehmigungen, Rechteübertragungen und Versicherungen müssen zwingend vorab überprüft, eingeholt oder abgeschlossen werden. Plant man beispielsweise einen Drohnenflug mit ein, sollte man sich vorab informieren, ob und wo dieser überhaupt genehmigt wird. Möchte man auf Darsteller*innen weitestgehend verzichten und Passanten für Videoaufnahmen begeistern, sollte man entsprechende Formulare für die Übertragung der Nutzungsrechte bereithalten. Wir raten dir, eine/n Anwält*in hinzuzuziehen oder die Rechtsabteilung im Unternehmen zu involvieren, um bei allen rechtlichen Angelegenheiten auf Nummer sicher zu gehen.

6. Casting & Darsteller*innen vor der Kamera

Wer ist eigentlich der/die Protagonist*in des Videos? Werden Statist*innen benötigt und wenn ja, wie viele? Wir empfehlen dir, die benötige Anzahl an Darsteller*innen vor der Kamera vorab genau zu durchdenken und euer Glück vor Ort (man würde doch sicherlich ausreichend Passant*innen spontan mobilisieren können) nicht zu sehr herauszufordern. Denn die Suche nach geeigneten Kandidat*innen kann viel Zeit kosten, und die hat man an einem meist straff durchgetakteten Drehtag nicht. Außerdem stresst dich dieser Unsicherheitsfaktor unnötig. Sobald die Zahl der benötigten Personen steht, musst du entscheiden, ob ein Casting nötig ist oder ob die unterschiedlichen Rollen beispielsweise durch Mitarbeitende im Unternehmen besetzt werden können und ob Crewmitglieder vor Ort gegebenenfalls auch mal als Statist*in einspringen können – all das hängt natürlich stark von der Produktionsgröße und dem Budget ab.

7. Orga, Logistik und Equipment

Kläre in der Vorproduktion, wer für welches Equipment verantwortlich ist. In der Regel kümmert sich der/die Videopartner*in um alles, was mit Kamera, Licht und Elektrik zu tun hat. Wer übernimmt alle nötigen Formulare, Listen und sonstigen Ausdrucke? Wer besorgt Make-up, Puder und Co. für die Darsteller*innen (wenn kein*e Stylist*in gebucht wird)? Wer bringt die Requisiten mit? Was steht sonst noch auf der Packliste (z.B. Dankeschön an Location, Putztücher, Klebeband…)? Außerdem (bei Bedarf) zu klären ist:

  • Unterkunft für die Crew
  • Verpflegung während des Drehs
  • Parkmöglichkeiten
  • Zufahrtswege
  • abschließbare Räumlichkeiten für Equipment
Video Content Creation, Drehplan

Quelle: @DavidSager https://unsplash.com/photos/ScBDhIfrCDk

8. Drehplan

Die gesamte Vorbereitung dient der optimalen Ausgestaltung des Drehplans. Dieser skizziert den zeitlichen Ablauf an den Drehtagen, inklusive der Infos was, wann, wo und mit wem passiert. Folgende Punkte sollten bei der Erstellung des Drehplans außerdem bedacht werden:

  • Wann geht die Sonne auf und unter?
  • Gibt es am Drehort zeitliche Einschränkungen, wie z.B. eine Mittagsschließung, in der nicht gedreht werden darf? Muss ein*e Statist*in früher gehen oder ist der/die O-Ton-Geber*in nur zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar?
  • Wie sehen die Wetterprognosen aus? Gibt es einen Plan B bei schlechtem Wetter, Hitze, o.ä.?
  • Gibt es äußere Umstände, die den Dreh beeinflussen könnten, wie plötzliche Baustellen? Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Bei einem Außendreh inkl. Tonaufnahme zog unwissentlich eine Demo an uns vorbei, sodass wir den Dreh abbrechen und einen anderen Ort für die Aufnahme suchen mussten, was uns wertvolle Zeit kostete.

9. Sonstiges

Wir haben eingangs erwähnt, dass man sich vor dem Beginn der Pre-Production überlegen sollte, auf welchen Kanälen das Video stattfinden soll. Das bezog sich unter anderem auch darauf, ob ein Film, der beispielsweise für die Website gedacht ist, auch auf Social Media gepostet wird. Falls ja, in welcher Form? Als Kurzversion oder Making-of? Bitte checke vorher, welche Formate du benötigst, sodass dies in der Shotlist bzw. im Drehplan entsprechend berücksichtigt werden kann. Häufig empfiehlt es sich auch, Synergien zu nutzen: Benötigst du zusätzlich zum Videomaterial auch Bildmaterial? Dann buche zusätzlich eine/n Fotograf*in. Ihr dreht in der Nähe einer Location, die du ohnehin mal für einen weiteren Dreh oder ein Event besichtigen wolltest? Plane einen Stopp auf dem Rückweg ein.

Wenn du all die genannten Punkte berücksichtigst, bist du optimal auf den Drehtermin vorbereitet. Auf was es bei der Produktion vor Ort ankommt, beleuchten wir in Teil 2 unserer Serie zu Video Content Creation, denn dann heißt es: Uuund Action!

 

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