Leuchtschrift

Wie Künstliche Intelligenz Marketing und PR verändern wird

Daten bedeuten heute (fast) alles und haben sich zum unverzichtbaren Faktor in Kommunikation und Marketing entwickelt. Datengetriebenes Marketing, Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen sind längst kein Trend mehr, sondern immer häufiger bereits Standard. Marketing Profis erhoffen sich kontinuierliche Echtzeit-Informationen darüber, was Konsumenten über ihre Marke sagen, fühlen und denken.

Künstliche Intelligenz Marketing, Roboter

Quelle: https://pixabay.com/photos/ai-monitoring-desktop-business-man-3262759/

Klarheit im Begriffsdschungel

Zunächst einmal gilt es, Begrifflichkeiten einzuordnen und klarzustellen: Ganz allgemein bezeichnet datengetriebenes Marketing den Ansatz, Kommunikation basierend auf digitalen Kundeninformationen zu betreiben mit dem Ziel, Konsumentenwünsche und Verhaltensmuster vorauszusagen. Auf dieser Basis lassen sich personalisierte Marketingstrategien erarbeiten. Beispiele sind hier:

Künstliche Intelligenz…

… beschreibt ein System, das Aufgaben erfüllt, die normalerweise Menschen ausführen. Dabei unterscheidet man zwischen reiner Künstlicher Intelligenz, bei der Maschinen denken und agieren wie Menschen, sowie pragmatischer Künstlicher Intelligenz, die Sprachverarbeitung und maschinelles Lernen integriert und so künftiges Verhalten prophezeit. Nicht alle datengetriebenen Aspekte im Marketing sind auch KI.

Maschinelles Lernen…

… ist ein Anwendungsbereich der Künstlichen Intelligenz und versetzt IT-Systeme in die Lage, auf der Grundlage vorhandener Datenbestände und Algorithmen Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und automatisch optimierte Lösungen zu entwickeln.

Hausaufgaben erledigen

Datengetriebenes Marketing klingt wunderbar, und im Zusammenspiel mit KI erwarten sich Marketer wahre Magie. In der Realität gilt es allerdings, erst einige unternehmensinterne Voraussetzungen zu schaffen:

  • Eine Unmenge an Daten muss gesammelt werden, zum Beispiel über eigene CRM- und ERP-Systeme, Website Analysetools oder Social Media. Grundsätzlich ist zu bedenken, dass KI von der Qualität der bereitstehenden Daten abhängt. Da aktuell Konsumenten kaum noch durch Cookies identifizierbar sind und die Opt-In Basis relativ gering ist, müssen künftig alternative Ident-Verfahren oder Login-Lösungen etabliert werden.
  • Die Analyse und Zusammenstellung der Daten sind komplexe Aufgaben, ein Marketing Dashboard sollte eingerichtet werden.
  • Intern müssen allgemeine Standards zur Datenspeicherung und für den Datenaustausch festgelegt und anschließend unternehmensweit implementiert werden.
  • Es sollte ein ebenso schlagkräftiges wie kompetentes Inhouse Team gebildet werden (abteilungsübergreifend). Das Thema ist sowohl technologisch als auch analytisch anspruchsvoll und erfordert entsprechendes Know-how.
Künstliche Intelligenz Marketing, Roboter, Cyborg

Quelle: https://pixabay.com/photos/cyborg-forward-digitization-robot-2765349/

KI als Erfolgsfaktor im Marketing

In der Marketing Kommunikation haben sich im Augenblick unter anderem folgende Bereiche für einen KI Einsatz herauskristallisiert:

  • Individualisierung und Personalisierung der Kundenansprache
  • Optimierung der Customer Journey
  • Vorhersagen von Kundenverhalten und Trendanalysen
  • Kundensupport in Echtzeit (Chatbots)
  • Erhöhte Produktivität durch Automatisierung wiederkehrender Aufgaben

Schreiben Roboter künftig Pressemeldungen?

Künstliche Intelligenz wird in der Kommunikationsarbeit rasch immer größeren Einfluss gewinnen, da sie drei wesentliche Faktoren positiv beeinflussen kann:

  • Informationen sind schneller abrufbar.
  • Die Ergebnisse sind verlässlicher als die von Menschen bereitgestellten Antworten.
  • Der Workload lässt sich durch Automatisierung wiederkehrender Aufgaben senken. Eine zentrale Rolle kann hier die Weiterentwicklung robotergesteuerter Prozessautomatisierung spielen.

Es ist allerdings mehr als unwahrscheinlich, dass KI den Kommunikationsprofi redundant macht. Die Kreativität einer Kampagne oder den persönlichen Kontakt mit Medien wird in absehbarer Zukunft kaum eine Maschine erledigen können. Darüber hinaus werden qualitätsbewusste Agenturen nicht rein auf ein Tool setzen, das einem in Netflix Manier beispielsweise Journalisten-Empfehlungen ausspricht, sondern weiterhin vor allem der eigenen Evaluierung und Kontaktpflege vertrauen.

Künstliche Intelligenz Marketing, Roboterarm

Quelle: https://www.shutterstock.com/pt/image-illustration/futuristic-design-concept-robotic-mechanical-arm-335493701

Eine wertvolle Unterstützung kann KI jedoch in folgenden Bereichen sein:

  • Datengetriebene Kommunikationskampagnen: Optimierter E-Mail Versand oder Social Media Posts.
  • Automatisierung wiederkehrender Aufgaben wie Social Postings, Kalendereinträge, Memos.
  • Influencer Marketing: Datengestütztes Herausfiltern wertvoller Influencer durch umfassende Daten- und Content-Analyse. Generell Hilfe beim Abwägen von Einfluss in der Online-Welt vs. der „realen“ Welt.
  • Stimmungsanalysen: Heutzutage ist Audio-, Video- und Text-Content noch eher unzureichend gesammelt und analysiert. KI der Zukunft kann hier besonders wertvoll werden.
  • Unterstützung im Krisenmanagement: Rasche Analyse eingehender Daten unter Nutzung von NLP (Natural Language Processing).

Genau zu beobachten sein werden Fortschritte in der Spracherkennung – eine KI Anwendung, die den meisten von uns vertraut ist – sowie in der Bild- und Videoerkennung. Markennamen müssen über Alexa, Siri und Co. auffindbar sein. Kameras werden in der Lage sein, Stimmungen bei einer Produktpräsentation aufzunehmen und auszuwerten.

Und natürlich wird auch von KI erstellter Content eine Rolle spielen. Die Nachrichtenagentur AP etwa nutzt bereits seit Jahren Wordsmith von Automatic Insights, um Earnings Reports oder Sport Events zu triggern. AP versucht so, mehr Traffic auf die eigene Website zu bringen.

Nicht überall wo KI drauf steht, ist auch KI drin

Damit man KI selbst gewinnbringend nutzen kann, ist ein Basisverständnis Voraussetzung. Nicht jede Software, die sich mit der Bezeichnung KI schmückt, bietet auch die entsprechende smarte Funktionalität.

Vor dem Erwerb eines Tools ist es daher immer gut zu fragen:

  • „Wie funktioniert das System?“ und
  • „Welche Art von maschinellem Lernen wird verwendet?“

Beispielsweise sammelt unüberwachtes maschinelles Lernen alle Charakteristiken, die eng mit der Nennung eines Markennamens auftauchen. Damit lässt sich ein Cluster über die Wahrnehmung und Bewertung erstellen. Mit überwachtem maschinellem Lernen hingegen lernt das System, Merkmale automatisch zu erkennen und zuzuordnen.

Hier einige nützliche Tools, die echte KI Funktionalität bieten:

  • Talkwalker: das Social Media Monitoring und Social Listening Tool ist in der Lage, Echtzeit Konversationen in Social Media Plattformen, Blogs, Foren und News Seiten zu folgen und bietet Krisenmanagement und Stimmungsbarometer.
  • Netbase ist ein Social Listening Tool, das Stimmungsbarometer zur eigenen Marke und dem Wettbewerb bereitstellt. Es analysiert detailliert Social Conversations.
  • TrendKite, seit Mitte letzten Jahres von Cision übernommen, hilft das Tool unter anderem, die richtigen Influencer aus seiner reichhaltigen Datenbank herauszufiltern.
  • Lumen5 ist eine KI-unterstützte Videoproduktionsplattform, die für Marken und Unternehmen entwickelt wurde, um soziale Inhalte für das Online-Publikum zu produzieren.

Verantwortung der PR

Haben wir jetzt Einiges darüber erfahren, wie Künstliche Intelligenz Marketing und PR verändern wird, sollten wir allerdings eines nicht aus dem Blick verlieren: Das Thema KI und Kommunikation hat auch eine ethische Dimension. Wo endet Information und beginnt Manipulation, wie gläsern darf man den Verbraucher machen? PR-Profis wird hier eine nicht unwesentliche Aufgabe zukommen: Transparenz zu gewähren; sicherzustellen, dass nur Daten genutzt werden, für die es eine Autorisierung gibt und aufzuzeigen, wo Daten herkommen und wie sie verwendet werden.

 

Auch interessant:

Google Analytics richtig verstehen

Google Analytics für Einsteiger

Native Ad als Seeding Disziplin im Content Marketing

  • Share:

Trackbacks

  1. Employer Branding & Personalmarketing im Jahr 2020: Die Zukunft beginnt jetzt!

Hinterlassen Sie einen Kommentar

5 − zwei =