Leuchtschrift

Radio meets Internet: Ist Hörfunk-Kommunikation noch zeitgemäß?

Gerade im Vorfeld von Messen wie der IFA in Berlin, die am Freitag beginnt, wird das Medium Radio verstärkt genutzt, um auf die neuesten Produkt- und Technologietrends aufmerksam zu machen. Im Zeitalter des Internets könnten da allerdings schnell Fragen aufkommen wie zum Beispiel: Ist Hörfunk-Kommunikation überhaupt noch zeitgemäß?

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Die Antwort ist ganz eindeutig: Ja, Radio spielt nach wie vor eine absolut wichtige Rolle.

Es ist erstaunlich: Von einem Medienwandel ist wenig zu erkennen, wenn man sich die Reichweite des Radios bei den verschiedenen Zielgruppen anschaut. Die Radio-Tagesreichweite bleibt bei den unter 30-Jährigen, aber auch bei den 14 bis 49-Jährigen stabil. Das beweist auch die Ende Juli veröffentlichte Media-Analyse 2015 Radio II.

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Einen entscheidenden Beitrag dazu leistet die Verfügbarkeit der Radiosender über das Internet. Internetradio hat sich vor allem bei dem jüngeren Publikum bereits hervorragend etabliert. 13,2 Millionen Deutsche über 14 Jahre geben an, in den letzten Wochen Webradio genutzt zu haben. Das gab der Webradiovermarkter audimark in einer diesen Monat veröffentlichten Untersuchung bekannt. Zudem erreicht das Webradio höchst attraktive Zielgruppen: Der typische Webradionutzer verfügt über ein hohes Haushaltsnettoeinkommen und ein hohes Bildungsniveau.

Zwar ist deutlich zu erkennen, dass sich die Mediennutzung verändert und Musik speziell bei der Generation Y nicht mehr über das gute alte Küchenradio, sondern via Smartphone, Tablet oder Notebook gehört wird. Aber gleichzeitig nimmt dafür die Vielfalt der Angebote zu.

Smartphone-Nutzung-Deutschland

Beim Aufwachen hört man beispielsweise seine persönliche Playlist bei Spotify, wechselt am Frühstückstisch zu seinem Lieblingsradiosender und hört auf dem Weg zur Arbeit oder Schule seine lokalgespeicherte Musik. Zwischendrin gibt es auch noch Facebook, Instagram und Youtube, über die man die neuesten musikalischen Trends entdeckt. Das Zusammenspiel sozialer Netzwerke und Radiosender wird durch die enge Vernetzung immer intensiver. Die Sender organisieren Gewinnspiele, Umfragen und Musikwünsche mittlerweile vermehrt über die Sozialen Medien.

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Trotz Youtube, Spotify und Facebook ist klar zu erkennen, dass der Hörfunk im Kommunikationsmix auf keinen Fall vernachlässigt werden darf. Ganz im Gegenteil. Um ein bestimmtes Produkt oder Thema zu pushen, bieten sich nach wie vor häufig Radiobeiträge als geeignetes Kommunikationsvehikel an. Das A und O bei der Planung ist zum eine, sich über die Zielgruppe und deren Bedürfnisse im Klaren zu sein. Im Mittelpunkt des Beitrags sollte der Mehrwert für den Hörer stehen. Zum anderen gilt es, ein Thema auszusuchen mit aktueller Relevanz, das leicht konsumierbar und nicht werblich gestaltet ist. So hat ein Radiobeitrag sehr gute Chancen, von Radiosendern aufgenommen zu werden.

Um ein Thema im Radio zu positionieren, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Zur klassischen Radio-PR gehört der redaktionelle Service-Beitrag. Dieser eignet sich am besten für die Platzierung eines Experten-Statements. Darüber kann ein spezifisches Thema mittels Radiothemendienst ganz bewusst in einer bestimmten Region verbreitet oder eine gewünschte Zielgruppe erreicht werden. Der Unterschied zu einer klassischen Radio-PR Maßnahme ist die Planbarkeit der Kampagne, da Hörfunk-Content-Dienstleister wie die deutsche Hörfunkberatung eine bestimmte Reichweite garantieren. Darüber hinaus sind noch viele weitere individuelle Radio-Kampagnen wie Verlosungsaktionen, Talkabouts, Game- oder Filmtipps möglich.

3 Comments

  1. Der Anfang des Artikels ist noch sehr interessant, aber danach geht es aber in eine komplett falsche Richtung weiter.
    Wieso weisen Sie ausgerechnet auf Radiothemendienste als geeignetes Mittel hin, wenn dieser das Material doch wieder nur im Werbeblock oder auf markierten Sonderausstrahlungsplätzen unterbringt?
    Garantierte Reichweite bekommen Sie nur über Einbuchungen, Einbuchungen führen in den Werbeblock oder auf andere Werbeplätze, Werbeblock ist keine Hörfunk-PR.
    Diese Augenwischerei, mit der manche Agenturen ihren Kunden vorgaukeln, dass sie eine vermeintliche PR-Maßnahme buchen, ist äußerst grenzwertig.
    Bei wirklicher Hörfunk-PR wird das Material im normalen Programm gespielt, auf freiwilliger Basis, ohne Einbuchung, ohne Geldfluss. Alles andere wäre und ist Schleichwerbung.
    Redaktionelle Beiträge werden von den Sendern nur gespielt, wenn sie gut produziert und mit reduzierter Werblichkeit daher kommen. Dafür laufen sie aber auch außerhalb der Werbung. Und noch einmal: Das Material darf nicht eingebucht werden. So sollte Hörfunk-PR funktionieren, nicht anders.

    Garantierte Reichweiten, Einbuchungen, Materndienste und Radiothemendienste sind doch nur Augenwischerei für alle, die sich die wirkliche Arbeit des Senderkontakts und der Content-Platzierung bei den Sendern sparen wollen…

    • September 1, 2015
    • Antworten

    Lieber Radio-PRler,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Genau, wir sind auch der Meinung, dass ein redaktioneller Hörfunk-Beitrag, um wirklich erfolgreich zu sein, werbe-frei sein sollte. Nur so wird er auch von den Redaktionen aufgegriffen – natürlich auf freiwilliger Basis – und läuft natürlich außerhalb der Werbespots. Dies haben wir auch in unserem Resumé betont. Jedoch wollten wir dem Leser einen groben Überblick geben was es noch an Möglichkeiten gibt und an welchen Dienstleister er sich wenden kann.
    Viele Grüße, Heike Mittenzwei

  2. Ein interessanter Austausch bzw. eine bemerkenswerte Reaktion auf diesen Artikel., die zeigt, wie sensibel und wie heftig der Radio-PR-Markt heute umkämpft ist.

    Die Möglichkeit, sich Werbezeiten zu erkaufen, ist nicht neu und hat mit PR überhaupt nichts zu tun. Diese Dienstleistung kann Ihnen jeder anbieten, dafür brauchen sie keine Radio-PR-Agentur. Dafür brauchen Sie nur die Marketingabteilung eines Senders anrufen und sich nach den Preisen erkundigen.

    Wie PRler bereits richtig gesagt hat, sind solche Angebote extrem fragwürdig, wenn Sie als PR verkauft werden. Sie machen den PR-Markt auf Dauer kaputt und sorry: Ich verstehe nicht, warum ausgerechnet diese Agenturen einer gesonderten Erwähnung bedürfen.

    Warum machen Sie den PR-Markt kaputt? Weil denjenigen, die z.B. nur einmal im Jahr eine Hörfunk-PR-Kampagne durchführen, gesagt wird, Sie würden mit einem Themendienst PR machen und Ihre News glaubwürdig und authentisch im redaktionellen Teil eines Programms repräsentieren. Und super, diese angeblichen PRler, die alle bei öffentlich-rechtlichen Sendern gearbeitet haben, können sogar noch eine Reichweitengarantie abgeben.

    Nichts davon ist nicht wahr! PR kann keine Planungssicherheit bieten, es sei denn, es fliessen finanzielle Mittel und dann reden wir aus meiner Sicht über Werbung. Und redaktionell anmutend sind diese platten Takes nun weiss Gott nicht. So sehe ich das.

    Ich finde es sehr gut, dass die Autorin einen Überblick über die Möglichkeiten im Hörfunk geben will. Aber es ist, wie gesagt, wichtig, zwischen gekaufter Werbung und PR fein zu unterscheiden. Und dieser Begriff hätte im letzten Absatz in dieser ansonsten sehr guten Übersicht vielleicht erwähnt werden sollen.

    Wer einen PR-Beitrag verfasst, hat redaktionelles Know-How, ist kreativ, weiss, wie viel PR ein gut gemachter Radiobeitrag verträgt und hat gewachsene Kontakte in die Redaktionen.

    Fazit aus meiner Sicht: Wer eine Radio-PR-Kampagne will, sollte sich die Angebote genau anschauen. Wer eine Reichweitengarantie verspricht, wer sein Produkte in einem Beitrag mehrfach nennen darf oder länger als zwei Minuten on air ist, kauft sich keine redaktionell anspruchsvolle und glaubwürdige PR, sondern Werbung zwischen Schokoriegeln und Windeln ein.

    Das ist auch in Ordnung! Man muss es nur wissen und seinem Kunden gegenüber auch so ausweisen und vertreten.

    Im Übrigen ist PR auch regional möglich. Nicht immer, aber mitunter.

    Wenn Sie wie z.B in NRW einen Markt von 45 Radiosendern haben, geht das unter Umständen. Und wenn Sie Interviews statt vorproduzierter Beiträge vermitteln, auch. Dafür muss man nicht immer die Werbung bemühen. Dafür braucht man … kurz gesagt, Erfahrung und gute Kontakte.

    Viele Grüsse von einem PR-Freund

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