Leuchtschrift

Frisch aus dem 3D-Drucker: Schuhe, Schrauben, Ersatzteile

Schrauben, Schuhe, Ersatzteile etwa für den Geschirrspüler oder die Lampe schnell selbst gedruckt? Oder wie wäre es mit einem Mini-Eiffelturm aus einem Guss, der über den Heim-PC erstellt wurde? Diese Utopie wird langsam Realität. 3D-Drucker erreichen die Haushalte. Sie scannen und erzeugen Gegenstände.

 

Quelle: Djamuka (Scan)

 

Was nach Zukunftsmusik klingt, ist in der Industrie längst Realität. Schon seit den 90er Jahren können Drucker dreidimensionale Gegenstände produzieren. Heute drucken vor allem Hersteller von Flugzeugen und Autos passgenaue Bauteile. Ingenieure lassen Bauteile drucken, deren Aerodynamik sie im Windkanal testen möchten. Auch Architekten und Designer nutzen 3D-Druck, wenn sie ihre Entwürfe plastisch vor sich haben wollen.

Dass aber Privatnutzer per Mausklick zu Hause Bauklötze für die Kinder drucken, war bisher kaum denkbar. Die 3D-Drucker waren einfach zu teuer. Doch mittlerweile gibt es bereits Geräte für rund 1.000 Euro, entweder als Bausatz oder in zusammengebauter Version. Allgemein gilt: Je genauer die Drucktechnik, desto höher die Kosten. Ein Profi-Gerät kann deshalb auch eine halbe Million Euro kosten. Bei günstigen Druckern sind die Teile daher oft nicht präzise und es gibt Abrisskanten. Das tut ihrer Magie aber keinen Abbruch – es ist faszinierend, einem 3D-Drucker bei der Arbeit zuzusehen. Auf Portalen wie Thingiverse und Shapeways zeigen Hobby-Designer, was sich per 3D-Druck alles herstellen lässt: Christbaumkugeln, Espressotassen, Hüllen für das iPhone, Eierbecher, Zeppelin-Luftschiffe im Miniaturformat und vieles mehr.

 

Quelle: Die ZEIT

 

Die meisten 3D-Drucker arbeiten im so genannten Fused-Depositing-Modeling-Verfahren (FDM) ähnlich einer vom Computer gesteuerten Heißklebepistole. Meist ist Kunststoff oder Plastik als langer, dünner Faden auf eine Spule gewickelt, der in eine senkrechte Heizdüse gezogen bzw. gedrückt wird. Diese lässt den Kunststoff schmelzen und presst ihn in etwa 0,25 Millimeter dünnen Schichten übereinander. Aus den einzelnen Lagen entsteht dann nach und nach das gescannte Objekt. 3D-Druck funktioniert nur mit Hilfe einer Software, die ein digitales Modell in Schichten zerlegt und die Anweisungen an den Drucker schickt. Diese Schichten ergeben übereinander gelegt das dreidimensionale Modell. Neben Kunststoff lassen sich auch Objekte aus Gips oder Holz drucken.

Weil die Geräte immer billiger werden, ist künftig wohl mit einem starken Wachstum auf dem 3D-Drucker-Markt zu rechnen. Auch die Technik wird sich immer weiter entwickeln. 3D-Drucker werden genauer oder schneller arbeiten, in mehr Farben parallel drucken und weitere Rohstoffe als Ausgangsmaterial nutzen können.

 

Quelle: Focus

 

Ein Beispiel sind lebende Zellen als Basis für Steak oder Schnitzel aus dem 3D-Drucker. Die US-Firma Modern Meadow hat ein Verfahren namens Bioprinting entwickelt, mit dem spezielle Drucker essbares Fleisch herstellen können. Ihrem Chef Andras Forgacs zufolge hat die Firma bereits ein kleines Schweinekotelett hergestellt, gekocht und gegessen. Das Fleisch aus dem Drucker soll klimafreundlicher und ethisch vertretbarer sein als Produkte aus der Massentierhaltung. Na dann, guten Appetit!

 

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