Leuchtschrift

PR Mythen unter der Lupe

Hartnäckig ranken sich so manche Mythen und Vorurteile wie Kletten um die Public Relations. Dafür gibt es mehrere gute Gründe. Der Berufszweig ist weitgehend unreguliert und steht somit jedem unabhängig von Qualifikation und Erfahrung offen. Von daher ist die Bandbreite an Qualität auf dem Markt entsprechend groß. Zudem hat jeder eine Meinung zu PR und glaubt einigermaßen zu wissen, was das eigentlich ist. In Wahrheit kann aber noch nicht einmal so mancher PR Profi eine gute Beschreibung seiner Tätigkeit aus dem Ärmel schütteln. Und dann gibt es da noch so viele Begriffe, die man gerne einmal bunt mischt – PR, Publicity, Reklame, Propaganda…

Wir haben im Folgenden einmal einige der verbreitetesten PR-Mythen aufgegriffen und entmystifiziert.

PR ist Werbung, nur billiger

Klassische Werbung und Public Relations sind in ihrem Wesen, Kontext, Umsetzung und Zielrichtung so unterschiedlich, dass man sich fragt, wie dieser Irrglaube jemals entstehen konnte. Aus gutem Grund haben sich Agenturen in die eine oder andere Richtung spezialisiert; in großen Agenturen laufen die beiden Bereiche in getrennten Abteilungen. Ganz offensichtlich auch: in der Werbewelt wird Platz/Zeit in einem Medium eingekauft, den man mit eigenen Inhalten füllen kann. In der PR muss man erst einmal Überzeugungsarbeit leisten, konkurriert mein Content beim Redakteur und in der Redaktionskonferenz mit vielen potenziellen anderen um die Veröffentlichung. Insofern sind Herangehensweise und Erfolgsfaktoren von Grund auf verschieden. Deshalb: Schluss mit diesem Vergleich. Beides ist gleichrangig wichtig. Bei einer Fußballmannschaft stellt sich auch nie die Frage „stelle ich meinen Torwart auf oder den Mittelstürmer?“

 

Jede Presse ist gute Presse

Glaubt das heute noch ernsthaft jemand? Es gibt ja den alten Spruch ..“solange mein Name richtig geschrieben ist…“ Fakt ist: wenn man nicht an einer niveauarmen Reality TV Show teilnimmt, sollte man etwas mehr Strategie und Hirn in seine Kommunikation investieren. Negativschlagzeilen können das eigene Business nachhaltig beschädigen. Nie war Reputation wichtiger als im Zeitalter von Social Media, in der Krisen auf vielerlei Plattformen in atemberaubender Geschwindigkeit entstehen können und aufwändiger zu managen sind. Und ist das eigene Image erst einmal angekratzt, bedarf es mühsamer Aufbauarbeit um dies wieder zu korrigieren.

Journalisten mögen PR nicht

Nun, es gibt sicherlich hier und da Journalisten, die eher ungern mit PR Vertretern zu tun haben. In der Regel besteht aber ein kollegiales und kooperatives Beziehungsgeflecht. Entscheidend ist hierbei, welchen Ruf ich mir als PR-Berater oder PR-Agentur verdient habe. Unser Ansatz beruht auf Vertrauen und Partnerschaftlichkeit. Deshalb beraten wir auch unsere Kunden grundsätzlich und vor allen Dingen mit den gezielten Bedürfnissen der Medienvertreter vor Augen.

 

 

In PR dreht es sich vor allem um das Management von Kontakten

Kontakte sind in vielen Jobs eine zentrale Komponente und schaden auch in der PR nicht. In der PR besteht mein Tageswerk aber nicht aus diversen Lunchmeetings mit Medienvertretern und am Abend dann noch ab in hippe After-Work Bars zum Networking. Die Praxis ist sehr viel weniger glamourös, trinkfreudig und spielt sich vorwiegend am eigenen Schreibtisch ab. Und natürlich haben PR Vertreter viele Kontakte – zu Medien, Industrievertretern, Organisationen usw. Manche davon sind langjährig und intensiv und helfen sicher ab und an, schneller zum Ziel zu kommen. Das Wesen der PR ist aber dynamisch und so ist man laufend auf neue Kontakte angewiesen, um den Job bestmöglich zu erfüllen.

In der PR hat man klare Vorteile, wenn man weiblich, blond hübsch und jung ist

Ja, das mag stimmen. Aber Gegenfrage: wo trifft das nicht zu?

 

 

 

Ist die Story gut, verbreitet sie sich von selbst

Ja, in einem von 1.000 Fällen… In allen Anderen geht es um die richtige Aufbereitung, Timing, die dedizierte Zielgruppenansprache und die geeigneten Kanäle sowie Nachhaltigkeit. Viel wahrscheinlicher, als dass eine tolle Geschichte ihren unaufhaltsamen Weg durch alle Kanäle macht ist, dass eine Negativstory eine Lawine – ungewollter – Coverage nach sich zieht. Darum: proaktiv sein, gut planen und versuchen die Zügel so lange es geht selbst in der Hand zu behalten!

PR manipuliert die Medien

Waren es früher noch die Werbe-Experten, denen der zweifelhafte Ruf als geheime Verführer anhaftete, so sind es heute PR-Leute. Wie manipulativ ist PR wirklich? Mit welchen geheimen Tricks arbeiten die PR-Profis?

Natürlich ist es Aufgabe der PR Maschinerie an einem Image zu arbeiten und entsprechende Botschaften in die Öffentlichkeit zu tragen. Dies ist subjektiv, aber deswegen noch nicht gleich manipulativ. Hier wird die PR vielleicht mit Propaganda verwechselt, deren Techniken ausdrücklich nicht Anwendung in der PR finden.…

Zudem: lassen sich im Internetzeitalter, in dem potenziell Jeder mit Jedem in Kontakt steht, Medien, Verbraucher, die Öffentlichkeit wirklich so einfach manipulieren? Stehen dafür nicht zu viele Informations-Ressourcen frei zur Verfügung? Selbst in repressiven politischen Systemen kann man ja seit geraumer Zeit beobachten, dass gerade deswegen alte Propaganda- und Manipulationsstrategien nicht mehr funktionieren.

PR bedeutet Publicity

Seien wir ehrlich: PR funktioniert nicht ohne Coverage. Kein Kunde wäre bereit in PR zu investieren, könnte er nicht schwarz auf weiss Erfolge in Form von Veröffentlichungen sehen. Was aber, wenn die kurzfristige Publicity Blase platzt? Als PR-Profis wissen wir natürlich, dass Coverage das Salz in der Suppe ist, ohne heisses Wasser aber keine Suppe kocht. Nachhaltige PR basiert auf einer entsprechenden Positionierung, einer fundierten Kommunikationsstrategie, kontinuierlichem Beziehungsmanagement und täglicher Kleinstarbeit.

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